20. September 2017

Forschung

Warum einen Flugplatz in Kiel – der Universitätsstadt?

In der Forschungswelt ist man sehr daran interessiert, auch in die Luftfahrt zu investieren und Forschungsprojekte für leiseres und effizienteres Fliegen zu fördern. Viele Universitäten arbeiten an unterschiedlichen Projekten im Bereich Forschung und Luftfahrt, siehe z. B.:

www.fva.rwth-aachen.de/?page_id=129&lang=de

Die Grundlage für das Interesse und die Durchführung von Forschungsprojekten sind unter anderem die Anbindung einer Universität an einen Flugplatz und eine Landebahn.

 

Akaflieg Kiel

Auch Kiel als Universitätsstadt hat eine Akaflieg (Akademische Fliegergruppe).

Die Akaflieg Kiel hat Kontakte zu Studierenden, Angehörigen und Sympathisanten der CAU, der Fachhochschule Kiel und der Muthesius Kunsthochschule. Sie ist außerdem Mitglied im Deutschen AeroClub (dadurch im Deutschen Olympischen Sportbund) und sowohl dem Landesluftsportverband als auch dem Landessportverband Schleswig-Holstein angeschlossen.

Ziel aller Akafliegs ist neben der Entwicklung, der Konstruktion und dem Bau von Flugzeugen, insbesondere Segelflugzeugen, die flugwissenschaftliche Forschung. Die Qualität der zusätzlich zum Studium in den Akafliegs stattfindenden Ausbildung lässt sich schon daran erkennen, dass sich nahezu alle Konstrukteure der Deutschen Segelflugzeugindustrie aus den Akafliegs rekrutieren.

Als Mitglied einer Akaflieg muss man 150 bis 300 Arbeitsstunden jährlich leisten, um die Flugzeuge des Vereins (hier: www.lsv-kiel.de) fliegen zu dürfen. Im Rahmen dieser Arbeitsstunden werden die Wartung und Reparatur der Flugzeuge durchgeführt. Auch die Bauprojekte der Akafliegs und die Pflege von Gebäuden und Flugplatzgelände werden erledigt. Die Kosten für Flugausbildung und Fliegerei sind dadurch deutlich niedriger als in einem „normalen“ Segelflugverein.

Elektromotor

Das neueste Projekt der Flugwissenschaftlichen Vereinigung Aachen (FVA) befasst sich  mit der Elektrifizierung der Luftfahrt. Mit den gesammelten Erfahrungen und den Lösungswegen wollen sie den logischen Schritt machen: Ein Flugzeug bauen, das von Anfang bis Ende für den Elektroflug ausgelegt ist.

Wieso Elektroflug? Der Vorteil des Elektrofluges ist gleich ersichtlich. Weitaus kürzere Reisezeiten als mit dem Auto, Unabhängigkeit vom Straßenverkehr, ein umweltfreundlicher CO2-Footprint, eine einfache Bedienung, alles zusammen in einem leisen Flugzeug, das auch noch Spaß macht zu fliegen.

Daher ergibt es Sinn, dass führende Flugzeughersteller sich aktiv am Elektroflug begeistern. So sollen 2030 bereits kommerzielle Flüge mit hybriden Flugzeugen angeboten werden. Das Ziel der FVA ist es, dazu Denkanstöße zu geben und einen Traum zu einer Realität zu machen.

Jedoch haben Elektroflugzeuge auch Nachteile. Das größte Problem ist die Energieversorgung, die bei vielen Prototypen allein durch Batterien gegeben ist. Die Energiedichte in führenden Batterien reicht noch nicht aus, um mehrere Personen für lange Distanzen zu befördern. Demnach lohnt sich die Entwicklung eines Hybridkonzepts: Die Stromversorgung der Elektromotoren erfolgt also aus Batterien und einem Generator, der mit herkömmlichen Kraftstoffen angetrieben wird.

Die FVA will die Machbarkeit eines methanbetriebenen Hybridflugzeuges erforschen, das zusammen mit der generell hohen Effizienz eines Motorseglers so umweltfreundlich ist wie kein Konzept zuvor.

(Quelle: www.fva.rwth-aachen.de/?page_id=1532&lang=de)