17. September 2017

Wohnen

Dass die Stadt Kiel ein Problem mit zu wenig Wohnungen hat, ist unumstritten. Deshalb wurde ein Wohnbauflächenatlas erstellt, welcher ein Potential von mehr als 9.000 Wohneinheiten ausweist.

Anstatt diese Wohneinheiten zu bauen, soll ein intakter Flughafen weichen und ein Stadtteil mit eventuell 1.800 Wohneinheiten entstehen? (das Gutachten geht von ca. 1.400 Wohneinheiten bis zum  Jahr 2045 (!!!) aus, Seite 129). Wir sehen, wie lange eine Planung alleine auf dem ehem. MFG 5 Gelände dauert. Die Altlastensituation auf dem Flughafen Gelände ist ungeklärt und Herr Oschmann (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass dieses Gutachten auch erst nach der Schließung erstellt werden würde. Welche Kosten kommen dann auf die Kieler Bürger zu? Greifen wir einmal die Kalkulation des Bündnisses „wirmachenstadt“ auf:

  • Direkte Kosten durch Schließung des Flughafens: 400.000 – 800.000 Euro
  • Kosten für den Rückbau 1,8 Mio. – 2,1 Mio. Euro
  • Kosten für Grundstücke, Planung, Grünanlagen und Erschließung der Gewerbeflächen: 38,8 Mio. – 42,6 Mio. Euro
  • Risiko: Es sind Altlasten vorhanden. Die Kosten für Altlastensanierung sind bislang nicht bezifferbar.
  • Das Gutachten geht von einer Erschließung der Wohnbauflächen und vom Bau der Wohnungen durch Private aus. Je nach kommunalem Anteil daran können hier bis zu 37,8 Mio. Euro für Erschließung und 160 Mio. Euro für den Bau der Wohnungen (inkl. dem Bau von notwendigen Kitas oder Schulen) sowie bis zu 3,2 Mio. für Planung, Rückbau und Grünanlagen (Kostenanteil der sonst von privat getragen würde) hinzukommen.

Wir reden also von mind. 245 Millionen Euro Kosten für die Stadt Kiel!!!

Es gibt weitere Flächen welche sich für den Wohnungsbau eignen, z. B. Suchsdorf West, allerdings ist dieses Gebiet für die Grünen tabu.

Es gibt keine Garantie, dass auch wirklich diese Wohnungen entstehen, denn es ist eine reine Vision des Bündnisses „wirmachenstadt“. Wer, ob und wie Wohnungen gebaut werden könnten steht also auf einem anderem Blatt.